Vergangenheit trifft Gegenwart – unsere Studienfahrt nach Budapest

Vergangenheit trifft Gegenwart – unsere Studienfahrt nach Budapest

Vom 21. bis 25. September war unser Geschichtskurs in der ungarischen Hauptstadt unterwegs. Nach einer langen Zugfahrt und einigen ungeplanten Zwischenfällen bei der Anreise kamen wir schließlich an und konnten uns selbst ein Bild von der Stadt machen, die wie kaum eine andere europäische Metropole für das Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Epochen steht.
Unsere ersten Tage standen ganz im Zeichen des Entdeckens. Bei einer kurzweiligen Stadtführung lernten wir die beiden Seiten Budapests kennen – Buda mit seinen historischen Bauwerken und Pest mit seinen großen Plätzen und eindrucksvollen Gebäuden. Wir besichtigten die Fischerbastei sowie die Matthiaskirche, erkundeten den Heldenplatz und waren im Stadtwäldchen unterwegs, wo das moderne Haus der ungarischen Musik zu finden ist.
Besonders eindrucksvoll war Budapest vom Wasser aus. Bei einer Schifffahrt auf der Donau konnten wir die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive erleben. Vorbei an den Ufern und hindurch unter den zahlreichen Brücken wurde deutlich, wie sehr die Donau das Bild Budapests prägt.
Auch zu Fuß erkundeten wir die Stadt. Über die Kettenbrücke gelangten wir von einer Seite auf die andere und konnten so das imposante Parlament sowohl bei Tag als auch bei Nacht bewundern. Am Rand der Donau besichtigen wir ein zunächst unscheinbar wirkendes Mahnmal. Aus Metall gefertigte Schuhe erinnern hier an die jüdischen Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs in Budapest verfolgt und ermordet wurden.
Einen ganz anderen Zugang zur Geschichte des 20. Jahrhunderts bot uns der Memento Park. Dort stehen zahlreiche Denkmäler und Statuen aus der Zeit des ungarischen Sozialismus. Was früher Teil des öffentlichen Stadtbildes war, befindet sich heute außerhalb des Zentrums in einem Freiluftmuseum. Zwischen den monumentalen Figuren wurde uns vor Augen geführt, wie politische Systeme ihre ideologischen Vorstellungen und Botschaften im öffentlichen Raum sichtbar machen und was mit solchen Symbolen geschieht, wenn sich eine Gesellschaft politisch verändert.
Zwischen all diesen historischen Eindrücken blieb natürlich genügend Zeit, Budapest auch einfach als Stadt zu erleben. Wir schlenderten durch die Große Markthalle, bestaunten die St.-Stephans-Basilika und machten einen Abstecher in das berühmte Café New York, das mit seinem außergewöhnlich prunkvollen Ambiente einen Einblick in die Kaffeehauskultur bietet. Mit U-Bahn und Straßenbahn kamen wir durch ganz unterschiedliche Viertel und konnten dabei nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch ein wenig den Alltag der Stadt und der dort lebenden Menschen kennenlernen. Natürlich durfte auch die ungarische Küche nicht fehlen. Bei verschiedenen typisch ungarischen Gerichten konnten wir unsere Eindrücke auch kulinarisch vertiefen.
Budapest war für uns damit weit mehr als ein Reiseziel. Wir konnten Geschichte dort erleben, wo sie über viele Jahrhunderte hinweg stattgefunden hat und gleichzeitig eine faszinierende europäische Stadt kennenlernen, die sicher mehr als nur eine Reise wert ist.